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10 Irrtümer über Neurodermitis,
gewürzt mit einer Prise Humor und Ironie

Neurodermitis ist eine der bekanntesten und auch häufigsten chronischen Hauterkrankungen. Unter anderem, weil sie sich nicht versteckt und gerne Hautareale nutzt, die zu sehen sind. Besonders beliebt sind Gesicht, Hals und Hände.

Aufgrund der Häufigkeit wird auch gerne in den Medien davon berichtet. Leider wird in diesen Berichterstattungen oft gefährliches Halbwissen verbreitet. Was dann zur Folge hat, dass manche Menschen meinen sie haben Ahnung, obwohl dem nicht so ist. Gerne werden dann sogenannte Tipps gegeben, die aber häufig auf Irrtümern oder Halbwissen geruhen. Als Neurodermitiker hat man dann nicht immer Lust den Erklärbär zu spielen, vor allem weil man ja weiß, dass es der andere ja gut meint und eigentlich helfen will.

In diesem Blogartikel habe ich mich ein paar dieser Irrtümer angenommen und zeige meine Sicht der Dinge:

Neurodermitis ist heilbar – sprich sie verschwindet für immer und kommt garantiert nicht wieder.
So ist das nicht ganz richtig. Neurodermitis gehört zu den chronischen Krankheiten bzw. ist ein Symptom und hat ihre Ursache irgendwo im Körper. Wenn diese Ursache verschwindet, geht auch die Neurodermitis. Kommt diese Ursache aber wieder oder es entsteht ein anderes Problem, kommt auch die Neurodermitis wieder. Sie ist ein lebenslanger Begleiter, wenn auch ggf. unsichtbar.

Neurodermitis ist der Beweis, dass der Körper etwas falsch macht.
Natürlich wissen wir, wie es richtig funktioniert. Es ist ja auch ein Leichtes eine Millionen Prozesse im Körper von außen gleichzeitig im Auge zu haben. Ganz im Gegenteil! Der Körper ist dabei ein Problem zu lösen und die Neurodermitis ist eine Begleiterscheinung.

Jeder kann den Kampf gegen die Neurodermitis gewinnen, man muss nur hart genug kämpfen.
Es gibt den schlauen Spruch: „Druck erzeugt Gegendruck“ und damit Stress und den mag kein Neurodermitiker (da sind wir uns zur Abwechslung mal einig) Ein Leben mit Neurodermitis kann um einiges angenehmer sein, als ein dauerhafter Kampf gegen sie.

Der aufgeklärte Neurodermitiker lehnt Cortison ab.
Gerade als aufgeklärter Neurodermitiker weiß ich, dass es Situationen gibt, da komme ich an Cortison nicht vorbei. Will oder brauche ich schnelle Ergebnisse, dann geht meist der Weg über die Schulmedizin. Andere Alternative brauchen häufig Zeit.

Als Neurodermitiker bin ich über jeden Tipp dankbar und freue mich darüber.
Nein leider nicht, auch wenn viele das nicht verstehen. Ich muss nicht jedem Tipp hinterherrennen. Es gibt nur einen wirklichen Experten für die Haut ist und das bin ich. Ich weiß schon selbst was mir gut tut. Wenn jemand ein Tipp hat freue ich mich, wenn ich vorher gefragt werde, ob ich ihn hören möchte und auch ablehnen kann.

Es gibt Wundermedizin gegen Neurodermitis! Ich muss sie nur finden.
Leider nein. Wer das behauptet, hat meist nur Dollarzeichen in den Augen. Neurodermitis ist ein sehr komplexes Krankheitsbild und setzt sich meist aus verschiedenen Puzzleteilen zusammen. Fast immer ist der Umgang mit Stress und Gefühlen ein Thema, gerne gepaart mit Problemen im Darm und Überempfindlichkeiten. Wer Neurodermitis hat, darf sich auf die Suche nach seinem eigenen Weg begeben.

Kinder mit Neurodermitis müssen in Watte gepackt werden.
Kann man machen, dass Problem ist nur, dass die Welt da draußen nichts mit Watte zu tun hat. Lieber mit dem Kind seine Grenzen erkunden und lernen wie man mit den Herausforderungen des Lebens (Umgang mit Stress oder Gefühlen) umgehen kann.

Neurodermitiker lieben es über ihre Krankheit zu sprechen.
Ganz besonders lieben sie es, wenn die erste Frage lautet: „Wie geht es der Haut?“ Auch Neurodermitiker sind Menschen, die eine Krankheit haben und nicht eine Krankheit. Bestimmt hat derjenige ganz viele andere Themen über die er gerne redet, die nichts mit Neurodermitis zu tun haben.

Wenn sich ein Neurodermitiker in meiner Gegenwart kratzt, dann muss ich es unter Einsatz meines Lebens verhindern!
Kann man machen, kann aber dann für schmerzhafte blaue Augen oder blaue Flecken sorgen. Du magst es sicher auch nicht, wenn man dich am Atmen hindert, oder?

Alle Neurodermitiker essen die gleiche Diät.
Ich persönlich „liebe“ diesen Moment, wenn ich das erste Mal irgendwo zum Essen eingeladen bin und die Gastgeber besonders aufmerksam sein wollten. Es gibt dann irgendwas Besonderes, wie Gulasch aus Tofu (ist nur ein Beispiel, keine Ahnung, ob das geht) was dann mit Sätzen wie: „Das Essen haben wir extra für dich gemacht, damit du mitessen kannst.“ betont wird. Begleitet mit einem nach Anerkennung suchenden Blick. Ich muss dann immer schauen, dass ich meinen angewiderten Blick unter einem dankbaren Lächeln begrabe. Ja, Neurodermitis hat gerne eine Verbindung zur Ernährung, aber ruft doch bitte vorher den Gast an und fragt nach. Es gibt nämlich auch sehr viele, die ganz normal essen oder für den tollen Abend bei euch eine Ausnahme machen.

Ich möchte mit dem Artikel eine andere Perspektive auf die Neurodermitis geben und vielleicht erkennt sich der eine oder andere in den Beispielen wieder und kann darüber schmunzeln.

Ich weiß, dass es meistens aus guter Absicht geschieht, aber „gut gemeint“ ist oft „nicht gut gemacht“.

Wie ist deine Sicht auf die Dinge? Schreibe gerne einen Kommentare.

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