K1600_F0010 Strandgras

Affären, sind sie immer ein Todesurteil für eine Beziehung oder
könnten sie auch eine Chance sein?

Frank wachte heute Morgen neben Anna auf. Blöd ist nur, dass Frank mit Barbara verheiratet ist.

Es ist gestern einfach so passiert, dass er mit Anna im Bett gelandet ist. Eigentlich wollten sie nur etwas trinken gehen und auf einmal berührten sich ihre Lippen. Die Geschichte endete dann bei Anna in der Wohnung.

Frank hat sich morgens aus der Wohnung geschlichen und ist ins Büro gegangen um seine Gedanken zu sortieren. Was ist da gerade passiert? Was soll er Barbara erzählen? Sie hatte in der Zwischenzeit schon 15 mal angerufen. Mit klopfendem Herzen wählt er Barbaras Nummer. Als sie abnimmt und ihn ganz außer Atem fragt, ob alles in Ordnung ist, kann Frank nur mit zitternder Stimme flüstern: „Ich habe die Nacht mit einer anderen Frau verbracht…“.

Am anderen Ende der Leitung war erstmal Stille. Nach einigen Sekunden war Barbaras Stimme zu hören: „Ich dachte schon, es ist was Schlimmes passiert. Ich bin bloß froh, dass es dir gut geht. Kommst du nach Hause?“

Zuhause fiel Barbara in seine Arme und hielt ihn nur fest. Nach ein paar Minuten löst sie sich aus der Umarmung und schaut ihn tief in die Augen: „Erzählst du mir, was passiert ist?“

Es wurde an diesem Abend sehr spät, als die Lichter gelöscht wurden. Beide hatten schon lange nicht mehr so offen über ihre Bedürfnisse in der Ehe gesprochen.

Als Barbara sich in ihr Bett kuschelte und kurz vor dem Einschlafen war, ging ein kleines Dankeschön an Anna. So nah war sie ihrem Mann schon lange nicht mehr gewesen.

Kommt das Thema Affäre auf den Tisch des Lebens, dann wird gerne davon ausgegangen, dass die Beziehung nicht in Ordnung ist. Auch wird häufig die externe Person verantwortlich gemacht. Wie konnte sie sich nur an eine verheiratete Person ranmachen? Ich bin der Meinung, wenn beide in der Ehe vollumfänglich zufrieden sind, dann kann keine externe Person in die Ehe reinfunken.

Unerfülltes Bedürfnis = schlechte Ehe?

Aber ist es so schlimm, wenn auffällt, dass ein Bedürfnis in der Ehe nicht befriedigt wird? Wäre es nicht eine Möglichkeit gemeinsam zu überlegen, wie man das Bedürfnis befriedigen kann?

Peter steht auf besonderen Sex. Seine Ehefrau mag es aber nicht und fühlt sich immer dazu genötigt. Ist die Ehe damit gleich in Frage gestellt, wenn sich beide einigen, dass Peter das Bedürfnis wo anders stillen darf?

Wer entscheidet über die jeweiligen Bedürfnisse?

Ich möchte gerne folgende Frage in den Raum stellen:

Will ich mir von meinem Partner vorschreiben lassen, welche meiner Bedürfnisse ich befriedigen darf?

Ich halte diese Einstellung vom Partner für sehr egoistisch. Ich würde es besser finden, wenn jeder seine Bedürfnisse offen äußern kann und gemeinsam überlegt wird, inwieweit der Partner bei der Bedürfnisserfüllung helfen kann und mag. Was braucht er, um sich dabei gut zu fühlen?

Ich glaube, dass wir da einige Grenzen im Kopf haben, die vielleicht überdacht werden sollten.

Gespräche führen, auch wenn es anstrengend wird

Meiner Meinung nach ist es in so einer Situation sehr wichtig im Gespräch zu bleiben.

Dem Anderen wirklich zuhören und verstehen wollen, was ihn bewegt.

Gemeinsam eine Lösung suchen und auch ehrlich sein, wenn die vorgeschlagene Lösung sich für einen nicht gut anfühlt. In so einer Situation die Strategie „Augen zu und durch“ zu fahren kann nur schiefgehen, weil am Ende des Tages beide unglücklich sind. Im Zweifelsfall ausprobieren und sehen, was es mit einem macht.

Lösungen können auch außerhalb der üblichen Pfade liegen

Solange ihr im Gespräch bleibt, ist es auch möglich eine Lösung zu finden. Dafür ist es allerdings notwendig über den eigenen Schatten zu springen und nicht nur den betrogenen Ehepartner zu spielen. Die entstandene Situation kann auch eine Chance sein, eine Veränderung in der Beziehung anzustoßen.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Thema? Ich freue mich auf eure Kommentare.

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