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Leben im Einklang mit sich selbst UND in einer Beziehung – Geht das?

Normalerweise heißt es doch:

Leben im Einklang mit sich selbst = Eigenen Bedürfnissen folgen

oder

Beziehung = Kompromisse finden

Wir müssen uns entscheiden! Entweder, wir wollen ein Leben im Einklang mit uns selbst oder in einer Beziehung. Beides scheint unmöglich, weil bei einem Kompromiss der Fokus nicht auf den Bedürfnissen liegt, sondern dass der Konflikt so schnell wie möglich beigelegt wird.

In diesem Blogartikel möchte ich eine andere Idee vorstellen:

Leben im Einklang mit sich selbst = Eigene Bedürfnisse kennen

und

Beziehung = Lösungen finden, die Bedürfnisse und
Beziehungsziel beachten

Jetzt sind die Elemente sogar abhängig von einander. Ohne zu wissen, wie die jeweiligen Bedürfnisse sind, können wir auch keine passenden Lösungen finden.

Aber wie kann das funktionieren?

Ich möchte heute ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.

Diese Reise ist ein Weg, der entsteht, während du und dein Partner ihn zusammen gehen. Durch den offenen Austausch mit deinem Partner ist eine ganz andere Nähe möglich, die sich auch auf das Leben im Einklang auswirkt.

Was ist wichtig?

Bevor du dich auf diese Reise begibst, empfehle ich dir und deinem Partner, dass ihr euch Gedanken über gewisse Dinge macht:

  • Die Beziehung
  • Eigene Bedürfnisse kennen
  • Gute Kommunikation
  • Kompromisse... sind KEINE Lösungen!
  • Umgang mit Problemen

Ich werde die Punkte einzeln durchgehen und dir Hilfestellungen an die Hand geben.


Die Beziehung

Als Hilfestellung gebe ich dir folgende Fragen mit auf den Weg:

  • Warum lebe ich gerade in dieser Beziehung und nicht in einer anderen?
  • Was habe ich von dieser Beziehung?
  • Brauch oder will ich eine Beziehung?

Du brauchst eine Beziehung

Wenn du eine Beziehung brauchst, dann kannst du ohne sie nicht leben. Diese Art der Beziehung ist eher ein Tauschgeschäft, in welcher Form auch immer. Dein Partner bedient ein Bedürfnis, was du dir selber nicht zutraust zu erfüllen.

In dieser Art von Beziehung existiert eine Art von Hierarchie. Die Verantwortung für die jeweiligen Bedürfnisse und Wohlergehen wurde auf den Partner übertragen und damit besteht eine Abhängigkeit. Schafft der Partner es nicht, für die Bedürfnisse zu sorgen, dann ist er natürlich schuld und die Enttäuschung wird deutlich zum Ausdruck gebracht.

Durch die vermeintliche Abhängigkeit steht das Fortbestehen der Beziehung über den jeweiligen Bedürfnissen.

Für ein Leben in Einklang ist es wichtig die eigenen Bedürfnisse zu kennen und auch für sie einzustehen. Dies ist in dieser Art von Beziehung fast unmöglich, weil die eigenen Bedürfnisse als zweitrangig wahrgenommen werden.

Beispiel:
Eva ist eine wahre Zauberin am Herd. Leider hat sie kaum Selbstwertgefühl. Sie fühlt sich nur wertvoll, wenn sich jemand positiv über ihr Essen äußert. Frank isst gerne und liebt das Essen von Eva. Regelmäßig nach dem Essen überschüttete er sie mit Komplimenten. Eva fühlte sich immer nur dann wertvoll. Es entwickelte sich eine Beziehung zwischen den beiden, die auf dem Tausch von Essen gegen Anerkennung beruhte.

Nach einigen Jahren hatte sich Frank an das Essen gewöhnt und fand es überflüssig, Eva jedes Mal zu loben. Als Folge hörte Eva auf mit Liebe zu kochen, irgendwann stellte sie das Kochen ganz ein, weil es sich für sie durch die fehlende Anerkennung nicht mehr lohnte. Frank war mit dem Essen nicht mehr zufrieden und sogar sauer, als es kein Essen mehr gab.

Als er aufhörte seinen Teil des Tauschgeschäftes zu leisten, nahm er der Beziehung der Grundlage und es begann eine Abwärtsspirale, die zur Trennung führen kann.


Du willst eine Beziehung

Wenn du eine Beziehung willst, dann könntest du auch ohne sie leben, aber du möchtest es nicht.

In dieser Konstellation kann es dir auch passieren, dass ihr euch gemeinsam gegen das Fortführen der Beziehung entscheidet, da das Beziehungsziel nicht mehr verfolgt wird oder ihr eine andere Vorstellung davon hattet. Die Beziehung steht nicht über den eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen.

Beispiel:
Anna und Ben leben in einer Beziehung. In der Anfangsphase haben sie sich darüber Gedanken gemacht, warum sie zusammen sein wollen. Für beide steht die Sexualität im Vordergrund und so wurde das formulierte Ziel: „Unsere Sexualität auszuleben und weiterzuentwickeln“.

Beide unterstützen sich gegenseitig in ihrer Weiterentwicklung der Sexualität, auch wenn es mal nicht ihren eigenen Präferenzen entspricht. Sie bilden ein Team. Probleme in der Beziehung werden offen besprochen. Dies ist gut möglich, weil das Beziehungsziel im Fokus steht und nicht das Wohlbefinden des Partners.


Eigene Bedürfnisse kennen

Als Hilfestellung kannst du dir folgende Fragen stellen:

  • Was tut mir gut?
  • Was mag ich?
  • Bei welcher Tätigkeit vergesse ich die Zeit?
  • Was macht meine Persönlichkeit aus?

Für mich gibt es in einer Beziehung ein ICH, ein DU und ein WIR. Folglich besteht sie aus zwei Individuen und einer Gemeinschaft. Jeder dieser Beteiligten hat seine Bedürfnisse, bei dem WIR handelt es sich um das Beziehungsziel, die gleichwertig sind.

Mit der Zeit wirst du Bedürfnisse deines Partners kennen und vielleicht liebst du es auch diese zu erfüllen. Wichtig ist nur, dass du es aus dir heraus machst und nicht, weil du erwartest, dass er das Gleiche für dich macht. Sonst ist es wieder ein Tauschgeschäft. Jeder trägt die Verantwortung für seine eigenen Bedürfnisse.

Formuliert das Beziehungsziel am besten zusammen aus. Überlegt euch, was ihr von der Beziehung erwartet und was jeder bereit ist dafür zu tun? Je genauer ihr bei der Formulierung seid, desto klarer wird, was der einzelne zu leisten hat.

Beispiel:
Nehmen wir wieder Anna und Ben. Beide wollen sich weiterentwickeln. Anna interessiert sich für Tantra. Ben findet Bondage spannender. Sie besprechen ihre Vorstellungen und überlegen jeweils, was sie bereit sind für die Beziehung zu tun.

Anna ist bereit sich von Ben fesseln zu lassen, auch wenn ihr die Situation Angst macht. Sie hat Ben von der Angst erzählt und er geht besonders behutsam vor. Anna hat sich also entschieden, gegen ihr Bedürfnis nach Kontrolle zu handeln, weil sie sich ihrer Angst stellen möchte. Sie hat diese Entscheidung selbst getroffen und weiß auch, dass sie nein sagen könnte.

Als sie Ben fragte, ob er mit zu einem Tantraabend kommt, sagte er nein. Anna ging dann alleine hin.

Wir Menschen streben nach Autonomie, wir wollen selbst entscheiden, was wir machen. Wir mögen es nicht, wenn wir Erwartungen von anderen erfüllen sollen, damit die nicht enttäuscht werden.

In dem jeder auf seine Bedürfnisse hört, entwickelt sich eine größtmögliche Freiheit innerhalb der Beziehung und damit gebt ihr nicht eure Persönlichkeiten zu Gunsten der Beziehung auf.

Durch die Gleichwertigkeit von eigenen Bedürfnissen und Beziehungsziel, steht es dir oder deinem Partner frei, ob ihr dem Beziehungsziel oder den jeweiligen Bedürfnissen folgt.


Gute Kommunikation

Folgende Fragen könnten für dich bei dem Thema interessant sein:

  • Wann empfinde ich eine Kommunikation als gut?
  • Wann fühle ich mich in der Kommunikation wertgeschätzt?
  • Woran mache ich fest, dass ich ernst genommen werde?

Du kannst für eine gute Kommunikation sorgen, wenn…

… du die jeweiligen Themen und Bedürfnisse vom Gesprächspartner ernst nimmst.

… du Vertrauen und Sicherheit entstehen lässt.

Wenn du den Mut hast, den ersten Schritt zu machen und Themen ansprichst, dann können Vertrauen und das Gefühl von Sicherheit wachsen. Parallel kannst du die Erfahrung machen, dass deine Bedürfnisse auch von anderen ernst genommen werden.

… du Unstimmigkeiten nicht negativ bewertest und diese auch entstehen dürfen.

Konflikte entstehen in den seltensten Fällen, weil du jemanden verletzen oder ärgern wolltest. Sie sind ein Nebenprodukt, was entstehen kann, wenn jemand erstmal seinen eigenen Bedürfnissen folgt.

Erstmal tief Luft holen und nachfragen, was tatsächlich mit dem Gesagten gemeint wurde und was sich dahinter verbirgt. Danach konnte sich schon so mancher Konflikt in Wohlgefallen auflösen.

… du nachfragst, statt zu interpretieren, wenn etwas unklar ist.

… Ehrlichkeit besteht.

Ruth Cohn hat es sehr gut auf den Punkt gebracht: Alles, was gesagt wird, soll echt sein; nicht alles was echt ist, soll gesagt werden.

… du Dinge verstehen kannst, ohne gleich einverstanden sein zu müssen.

Ich kann etwas verstehen und nachvollziehen, aber trotzdem nicht einverstanden sein. In einer guten Kommunikation ist das auch in Ordnung.

… jeder das Recht hat NEIN zu sagen.

Für viele heißt ein Nein, dass die Diskussion gleich beendet ist. Wie wäre es aber, wenn ein Nein ein „Grenzen aufzeigen“ ist? Diese Grenze kann dann wertschätzend und ernstnehmend hinterfragt werden.

Bleibt die Grenze mit dem NEIN bestehen, dann ist die Herausforderung, wie eine Lösung aussehen kann, ohne dass diese Grenze überschritten wird. Auf das Bedürfnis zu verzichten, halte ich für eine denkbar schlechte Idee.

… jeder die Zeit bekommt, die er benötigt.

Bei manchen Themen ist es hilfreich, wenn du oder dein Partner sie erstmal sacken lässt und in Ruhe darüber nachdenkst. Ihr könnt das Thema später wieder aufnehmen. Hier ist es wichtig, dass der neue Zeitpunkt zum Gespräch verbindlich ist und nicht hundert Mal verschoben wird.

Beispiel:
Anna möchte gerne mit ihrem Partner Frank abends im Bett telefonieren. Frank ist das zu anstrengend.

Variante I:
Anna fordert von Frank, dass er abends mit ihr telefoniert, weil er sie sonst nicht wirklich lieben würde. Frank macht es dann, um Streit zu vermeiden.

Jeder Anruf wird zur Qual, weil Frank sich gezwungen fühlt. Anna spürt Frank´s Unbehagen und ist sich sicher, dass Frank sie nicht mehr liebt.

Nach ein paar Wochen eskaliert die ganze Geschichte und sie haben einen heftigen Streit.

Variante II:
Anna sagt Frank ganz offen, dass sie die Nähe, die für sie abends beim Telefonat entsteht, sehr genießt. Sie würde gerne mit ihm besprechen, ob es eine Möglichkeit gibt, dass sie gemeinsam eine Lösung finden, die beide glücklich macht.

Frank überlegte sich in Ruhe, was er bereit ist zu geben und schlägt Anna vor, dass er jeden Abend mit ihr telefoniert, mit der Begrenzung auf 5 Minuten.

Er möchte aber auch die Möglichkeit haben, wenn er keine Lust hat, dass er eine Nachricht schreiben kann und es okay ist, wenn nicht telefoniert wird.

Anna freut sich, dass Frank sich Gedanken gemacht hat und sie eine gute Lösung für beide gefunden haben.

Die Telefonate laufen jetzt entspannter ab, da jeder weiß, was dem anderen wichtig ist und darauf achtet um den anderen ernst zu nehmen.

Kompromisse… sind KEINE Lösungen!

Folgende Fragen könntest du dir stellen:

  • Warum bin ich schon Kompromisse eingegangen?
  • War ich wirklich mit dem Kompromiss zufrieden?
  • Hätte ich eine Alternative gehabt?
  • Wusste ich wirklich, was der andere wollte?

Bei einem Kompromiss geht es darum einen Konflikt möglichst schnell beizulegen, indem auf einen Teil der Forderung verzichtet wird.

Vielleicht bist du auch schon ein Kompromiss eingegangen, weil sich der Kompromiss weniger schlimm anfühlte, als einen Konflikt auszuhalten. Oft liegt dann der Fokus mehr beim eigenen Wohlbefinden oder das des Partners, als bei der Lösung.

Probiere das nächste Mal aus, tatsächlich eine Lösung zu finden. Für eine Lösung ist es wichtig herauszufinden, was hinter der Forderung steht und um was es tatsächlich geht.

Wenn du mit deinem Gesprächspartner gemeinsam auf Lösungssuche gehst, dann können Lösungen entstehen, die der andere oder du in dem Moment noch nicht gesehen haben, weil sich die Perspektive ändert.

Ich habe festgestellt, dass es sich oft lohnt, einen Konflikt auszuhalten und Dinge zu hinterfragen. Dabei ist es wichtig, dass die jeweiligen Bedürfnisse gleichwertig sind und ernstgenommen werden.

Beispiel:
Zwei Abteilungsleiter streiten sich um den einzigen Besprechungsraum der 25 Plätze und einen Beamer hat, den sie zum gleichen Zeitpunkt benötigen.

Beide gehen auf Lösungssuche und hinterfragen gegenseitig die Hintergründe. Dabei kommt heraus, dass der eine Abteilungsleiter den Raum benötigt, weil er eine Besprechung mit 20 Leuten plant.

Der Andere plant kleiner aber braucht unbedingt den in dem Raum installierten Beamer.

Als Lösung stellt sich heraus, dass der Beamer abgebaut werden kann und in einem kleineren Raum wieder aufgebaut wird. Beide sind mit der Lösung mehr als zufrieden.

Umgang mit Problemen

Folgende Fragen könnten hier für dich interessant sein:

  • Wie gehe ich mit Problemen um?
  • Fällt es mir schwer, Probleme anzusprechen?
  • Wie gehe ich mit Konflikten um?

Solange du über die Probleme im Gespräch bleibst, ist eine Lösung möglich, auch wenn die Findung anstrengend sein kann und Zeit benötigt. Zieht sich einer aus den Gesprächen raus, wird es schwieriger.

Eine der wichtigsten Zutaten auf diesem neuen Weg ist – neben der offenen Kommunikation – Zeit und Geduld. Wenn du dich mit deinem Partner auf diesen Weg begibst, dann lass besser den Perfektionismus zuhause und nimm Humor mit. Es wird wahrscheinlich nicht alles gleich super klappen.
Es dauert einen Moment den Mut zu finden, jemanden offen zu sagen, was du gerade empfindest und das ist völlig in Ordnung. Erfahrungsgemäß ist es sehr hilfreich, über die Situation gemeinsam zu lachen, wenn jemand in ein altes Verhalten fällt. Es macht menschlich.

Manchmal werden Erwartungen zu einem Problem. Es wird dann sozusagen auf eine bestimmte Reaktion gewartet und wenn die nicht kommt, gibt es Enttäuschung. Die Alternative ist: Im Moment zu sein und sich um die tatsächliche Reaktion zu kümmern und auf diese zu reagieren, statt sich mit seinen Vorstellungen (mehr sind Erwartungen nicht) zu beschäftigen.



Zusammenfassung - Was ist wichtig?

  • Kommunikation, offen, wertschätzend und ehrlich
  • Bedürfnisse und Gefühle wahr- und ernst nehmen
  • Gleichwertigkeit von Bedürfnissen und Beziehungsziel
  • Lösungen statt Kompromisse

Für mich ist dieser Weg etwas ganz Besonderes und ich bin immer wieder sehr erstaunt, wie viel Nähe und Tiefe sich in einer Beziehung entwickeln kann.

Dieser Artikel ist Bestandteil der Blogparade von Bettina von kreativgedacht.

Weitere spannende Artikel habe ich dir auf Pinterest zusammengestellt.

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7 Comments

  1. […] Melanie von ihrer Seite Melanie Bornscheid: Leben im Einklang mit sich selbst UND in einer Beziehung – Geht das?  […]

  2. Sebastian sagt:

    Liebe Melanie,

    deinen Beitrag habe ich mit Interesse gelesen.
    Vor allem der Punkt, dass ein Kompromiss keine Lösung ist, gab mir ein Aha-Erlebnis.

    Ich wünsche Dir einen schönen Ausklang der Woche.

    Liebe Grüße
    Sebastian

    • Melanie Bornschein sagt:

      Lieber Sebastian,

      ich danke dir für den Kommentar. Es freut mich, dass ich dir ein Aha-Erlebnis schenken konnte.

      Liebe Grüße

      Melanie

  3. Katja sagt:

    Liebe Melanie,
    du hast dir so viele tolle Gedanken gemacht und ich habe sie sehr gern gelesen. Die Koch-Lob-Beziehung (siehe Eva und Frank) konnte ich bei einem älteren Pärchen entdecken. Das ist eindeutig zu wenig. Danke für deinen anregenden Artikel.
    Liebe Grüße
    Katja

    • Melanie Bornschein sagt:

      Liebe Katja,

      lieben Dank für ein Kommentar.
      Ja, wenn man genau hinschaut, fragt man sich , was die Beziehungsbasis wohl ist.
      Leider fehlt oft der Mut, genau hinzuschauen.

      Liebe Grüße

      Melanie

  4. Bettina sagt:

    Liebe Melanie,
    ein ganz wichtiges Thema wie ich finde und auch selten angesprochen. Leider ist es in vielen Beziehungen, in denen z. B. die Frau ein mangelndes Selbstwertgefühl hat oft so, dass sie sich unbewusst über lange Zeit so für den Pertner verbiegt, dass sie selbst auf der Strecke bleibt und irgendwann unglücklich wird. Genau dann, wenn sie erkennt, dass sie sich die ganze Zeit vernachlässigt hat. Ich kenne einige Beziehungen, in denen die Frau gerne „ausbrechen“ würde, aber der Mann damit nichts anfangen kann. Er möchte alles so bequem belassen, wie er es kennt. Die Frau ist für ihn da und geht nicht ihre eigenen Wege (und sei das nur dem Nachgehen ihrer persönlichen Interessen). Da sich die Frau über die Jahre entwickelt und zu mehr Selbstvertrauen gekommen ist, möchte sie das nun aber ändern, nur gibt ihr Partner ihr nicht die Möglichkeit dazu. Und da so lange eine Abhängigkeit bestehht, traut sie sich auch nicht, sich zu trennen.
    Wichtig finde ich für eine funktionierende Beziehung, in der jeder sich selbst leben kann und man trotzdem eine Gemeinschaft ist (wie auch du es in der Kommunikation so verständlich machst), dass man miteinander spricht und aufeinander eingeht. Am besten schon im Vorfeld darüber nachdenkt, was einem wichtig ist, bevor man sich auf eine Beziehung einlässt.

    Danke für diesen wirklich wertvollen Beitrag!
    Liebe Grüße
    Bettina

    • Melanie Bornschein sagt:

      Liebe Bettina, vielen lieben Dank für den ausführlichen Kommentar.
      Leider wird die Macht der Kommunikation oft unterschätzt oder es fehlt der Mut.
      Liebe Grüße
      Melanie

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