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Umgang mit Trauer, gut gemeint ist nicht immer gut gemacht

Hans hatte letzten Monat seine Frau verloren. In den Beileidsbekundungen kamen immer wieder die folgenden Plattitüden vor:

„Wer weiß, wofür es gut ist.“

„Das ist halt die Natur der Dinge.“

„Er hatte ein erfülltes Leben.“

Solche Aussagen helfen nicht wirklich weiter, aber warum werden sie überhaupt gesagt?

Tritt Trauer in ein Leben, ist gerne der erste Impuls wegzulaufen. Leicht kann das Gefühl aufkommen, den Verstand zu verlieren oder dass der Schmerz niemals endet. Das ist auch als Freund von einem Trauernden schwer mit anzusehen. Da ist es verständlich, wenn versucht wird, das Heil in der Ablenkung vom Schmerz der Trauer zu suchen. In so einer Situation kann es dazu kommen, dass gut gemeinte Plattitüden zum Zuge kommen.

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht.

Derjenige, der sich zu der Trauer äußert, hat meist die besten Absichten, nur leider kommen sie so nicht an. Um das genauer zu erklären, habe ich drei Plattitüden ausgesucht:

Ich weiß, wie du dich fühlst

Erstaunlich was manche Leute wissen, wenn der Trauernde es wahrscheinlich selber nicht weiß. Mit dieser Aussage ist der Fokus bei sich selbst und nicht mehr beim Trauernden.

Besser den Trauernden fragen, wie es ihm geht, wenn er darüber sprechen möchte.

Zeit heilt alle Wunden

Nicht das Verstreichen der Zeit heilt die Wunden, sondern das Durchschreiten des Trauerprozesses.

Lass den Trauernden wissen, dass ein Trauerprozess seine Zeit braucht und er diese Zeit auch hat. Es ist seine ganz persönliche Reise mit dem Verlust seinen Frieden zu schließen.

Denk nicht dauernd daran

So ein Satz ist eine ziemlich harte Kritik an den Trauernden und wenig konstruktiv.

Frag den Trauernden, ob er etwas wüsste, was ihm eine kleine Pause von dem Schmerz ermöglichen könnte. Die Akkus aufzuladen ist in einem Trauerprozess sehr wichtig.

Ich hoffe, jetzt hast du eine Idee, warum Plattitüden keine gute Idee sind.

Aber was dann sagen?

Das Wichtigste ist, dass du authentisch bist. Wenn dich die Situation überfordert, dann sage es auch. Es ist absolut menschlich und es ist tausend Mal besser, als eine Plattitüde rauszuhauen.

Welche Möglichkeiten es noch gibt um Trauernde zu unterstützen, habe ich im Artikel "Umgang mit Trauer - Unterstützung von Trauernden" geschrieben.

Dieser Artikel wurde von dem Buch „Bewusst trauern für Dummies“ von Gred Harvey inspiriert.

Wie ist eure Erfahrung mit Trauer? Was hat euch geholfen? Ich freue mich auf eure Kommentare.

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