www.Pixabay.com

www.Pixabay.com

Was tun, wenn Trauer in mein Leben tritt? Wie kann ich Trauernde unterstützen?

Bettina bekommt mitten in der Nacht einen Anruf von ihrer besten Freundin Christina. Mit tränenerstickter Stimme erzählt Christina, dass ihr Mann heute Nacht gestorben sei und sie nicht wisse, was sie machen soll.

Bettina ist ganz geschockt und sagt nur: „Sag mir, wo du bist! Ich komme sofort vorbei!“

Auf der Autofahrt zu ihrer besten Freundin kommen Bettina Zweifel. Hoffentlich macht sie nichts Falsches. Was kann sie schon tun?

Umgang mit Trauer hat viel mit Gefühl zu tun

Verlust und Tod gehören genauso zum Leben wie die Geburt. Nur leider wird das gerne vergessen. Wenn uns dann ein Trauerfall begegnet, kann es schnell zu einer Überforderung kommen.

Das Wichtigste ist: Sei mit dem Herzen dabei!

Ich möchte in diesem Artikel eine paar Hilfestellungen geben, wie du Trauernde unterstützen kannst.

Was geht in Trauernden vor?

Es gibt nicht DEN Trauernden. Keine richtige oder falsche Trauer. Jeder sucht sich seinen eigenen Weg durch den Schmerz und der kann manche Schleife beinhalten. Etwas haben fast alle Trauernden gemeinsam: Sie sind mit einer ganzen Sammlung an Gefühlen konfrontiert, die sehr wechselhaft, fast schon sprunghaft und allgegenwärtig sein können. Gleichzeitig kommt auch noch das Gefühl von Einsamkeit und teilweise Hilflosigkeit dazu.

Wie kann ich helfen?

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die am meisten helfen und manche Situationen bedürfen einfach keiner Worte. Es gibt Momente, in denen muss nicht geredet werden, da drückt die Stille den Schmerz schon mehr als genug aus.

Keine Angst, was Falsches zu sagen

Du kannst nichts Falsches sagen, wenn es von Herzen kommt. Gib deiner Sprachlosigkeit Ausdruck: „Mir fehlen die Worte.“ Oder: „Ich weiß nicht, was ich sagen soll, ohne das es abgedroschen klingt.“ Damit hast du schon gezeigt, dass du dir Gedanken machst.

Gefühle zulassen und vermeide Verurteilungen

Trauer beinhaltet sehr viele unterschiedliche Gefühle. Gebe dem Trauernden eine Möglichkeit seine Gefühle zuzulassen, ohne dass er eine Verurteilung befürchten muss. Manchmal ist es eine Herausforderung Gefühlsausbrüche zu ertragen, aber sie sind sehr befreiend und es lohnt sich, sie durchzustehen. Du bist nicht für die Gefühle verantwortlich und deine Aufgabe ist in dem Moment Halt geben. Alleine durch die Tatsache, dass du für Gespräche zur Verfügung stehst, wirkt sich positiv auf den Trauernden aus.

Auch Ratschläge sind Schläge
Hast du eine Idee, wie mit der Trauer umgegangen werden kann, dann bringe es nicht als Ratschlag.

Ratschlag: „Du musst (dieses – jenes – welches) machen um deine Trauer schneller / besser / usw. zu verarbeiten!“

Besser: Hast von schon mal was von (dieses – jenes – welches) gehört? Was hältst du davon?

Versuche eher die Idee in ein Gespräch einzubinden und schau, wie der Trauernde darauf reagiert.

Der Trauernde wird auf seine Weise den Schmerz durchleben müssen, da helfen gut gemeinte Ratschläge leider wenig.

Halte das Thema Trauer aus

Manchmal kann ein Trauerprozess eine gefühlte Endlosschleife beinhalten. Versuche nicht das Thema zu wechseln, sondern höre einfach zu. Durch die Worte kommen wieder Gefühle zu tage, die noch nicht richtig verarbeitet sind und das ist eine große Unterstützung.

Achte auf dich

Du hilfst dem Trauernden nicht, wenn du dich selbst bei der Trauerbegleitung vergisst. Nur wenn du dich gut dabei fühlst, dann kannst du wirklich helfen. Solltest du in die Situation kommen, dass du beispielsweise heute nicht zu hören kannst, dann sei ehrlich und sage, wie du dich fühlst. Sage es rechtzeitig, versuche nicht deine absolute Schmerzgrenze zu finden. Ein frühzeitiges liebevolles Stopp ist besser als ein gebrülltes, weil man es nicht mehr aushält.

Nicht drängeln

Es gibt keine Standardzeit beim Trauern. Jeder trauert im eigenen Tempo, egal wie lange. Lasse es zu und stehe dem Trauernden bei.

Wann ist es vorbei?

Das kann dir der Trauernde nur sagen. Manche sagen, die Trauer ist nie wirklich vorbei. Sie wird einfach in das Weiterleben integriert.

Wenn ein Trauerfall in ein Leben tritt, dann zeigt sich oft, wer die wahren Freunde sind. Ich freue mich, dass du dich mit dem Thema beschäftigst und nicht einfach wegschaust. Bei aller Hilflosigkeit, die bei einer Trauerbegleitung auftreten kann, ist das Wichtigste präsent zu sein.

Ganz oft sind es die ganz kleinen Dinge, die so viel weiterhelfen.

Zu diesem Artikel hat mich das Buch „Bewusst trauern für Dummies“ inspiriert.

Wie ist deine Erfahrung mit Trauer? Was hat dir geholfen? Ich freue mich auf deine Kommentare.

Weitere spannende Artikel habe ich dir auf Pinterest zusammengestellt.

Auch ich freue mich über Feedback und wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann klick gerne auf das kleine Herz oben links über dem Bild.

Willst du keinen Artikel mehr verpassen? Dann trage dich gerne in meinen Newsletter ein.

2 Comments

  1. Schöner Artikel. Lieber nichts sagen, als einen „blöden“ Spruch. Oft hilft es, einfach nur in den Arm genommen zu werden.
    Am schlimmsten sind die Menschen, die auf einmal die Straßenseite wechseln und bewußt zur anderen Seite schauen. Das schmerzt.

    • Melanie Bornschein sagt:

      Vielen lieben Dank für deinen Kommentar.
      Oft kostetet es zu viel Mut, einfach jemanden in den Arm zu nehmen oder nur zu sagen „mir fehlen die Worte“.
      Leider ist es in unserer Gesellschaft häufig einfacher wegzuschauen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.