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Wie kann ein bewusster Umgang mit Veränderungen aussehen?

Michael ist seit Jahren unglücklich in seiner Beziehung. Heute Abend will er sich trennen.

Peter wurde heute mitgeteilt, dass er nach 19 Jahren Betriebszugehörigkeit gekündigt wird.

Kevin stellt schon seit längeren die Freundschaft zu seinem besten Freund in Frage. Langsam muss er wirklich was unternehmen.

Barbara hat ihren Mann vor drei Tagen verloren.

Wer kennt diese Situationen nicht? Gerade war noch alles super und von jetzt auf gleich ist alles anders.

Genauso kann es passieren, dass man diesen kleinen Stein im Schuh des Lebens schon seit längerem mit sich rumträgt, aber jetzt wird er so schmerzhaft, dass sich was ändern muss, am besten sofort oder wahlweise gleich.

Warum fallen uns Veränderungen so schwer?

Gerlinde Ruth Fritsch erklärt das sehr schön in ihrem Buch „Der Gefühls- und Bedürfnisnavigator“: Das vertraute Terrain des Lebens ist die Komfortzone. Hier kennst du dich aus und fühlst dich sicher. Auch wenn die Verhalten und Muster dir gut bekannt sind, müssen sie dir nicht unbedingt gut tun.

Wenn du dich verändern oder weiterentwickeln willst oder sogar musst, dann geht der Weg in die Wachstumszone. Allerdings ist dafür auch eine Portion Mut notwendig. Je mutiger du bist und je mehr neue Erfahrungen du in dem unbekannten Bereich sammelst, desto mehr Fähigkeiten entwickelst du um in der neuen Zone zurechtzukommen.

Wenn du dir allerdings zu schnelle oder zu große Veränderungsschritte zumutest, kann es passieren, dass du in die Panikzone und damit in die Überforderung kommst. Wenn du dann zurück in die Komfortzone flüchtest, wird es wohl sehr lange dauern, bis du wieder herauskommst.

Das heißt bei aller Verzweiflung und Dringlichkeit, die eine Veränderung mit sich bringen kann, gehe Schritt für Schritt vor und lasse dir die Zeit zu wachsen.

Was tun, wenn eine Veränderung ansteht?

Eine Veränderung sollte bedacht und überlegt angegangen werden. Die größte Herausforderung sind dabei die Gefühle. Wenn wir von unseren Gefühlen überrannt werden, holt sich der Kopf erstmal ein Kaffee. Sprich, die Denkleistung nimmt rapide ab, wenn die Gefühle die Oberhand gewinnen.

Raum für Gefühle schaffen

Veränderungen sind eng mit Gefühlen verbunden. Lasse sie bewusst zu. Egal, welche Gefühle hochkommen, bewerte sie nicht. Bleibe in Gedanken neutral und neugierig. Lass dich überraschen, was aus dem Gefühl entsteht.

Wenn du sie negativ bewertest und meist auch noch wegdrückst, gibst du ihnen nur noch mehr Kraft.

Beachte: Wenn du dich mit deinen Gefühlen auseinandersetzt, triff keine Entscheidungen und führe auch keine entscheidenden Gespräche.

Finde heraus, auf welches unerfüllte Bedürfnis dich deine Gefühle aufmerksam machen wollen.

Was musst du ändern, damit es dir besser geht? Gibt es vielleicht verschiedene Strategien dein Bedürfnis zu stillen?

Wenn es um das Bedürfnis Ruhe geht, könnte der eine einen Spaziergang als Strategie nutzen, ein anderer nimmt sich sein IPod und taucht in die Welt der Musik ab.

Suche dir Gesprächspartner, die mit Gefühlsstürmen umgehen können und dir Halt geben. Die Gefühlsausbrüche kommen wellenartig und immer wieder. Sie werden aber weniger.

Jede Veränderung ist mit einem Verlust verbunden

Manchmal verlieren wir tatsächlich Etwas. Ein Menschen oder eine Sache (Haus, Auto). Manchmal ist es ein gut eingerichtetes Leben, was man auf einmal verliert. Das Leben geht dann natürlich weiter, aber es kann sich etwas grundlegend verändern. Dies kann bei einer Scheidung oder einem Todesfall passieren. Egal wie groß der Verlust vermeintlich ist. Es ist wichtig ihn zu betrauern. Das Abschied nehmen und damit das Verarbeiten des Verlustes brauchen Zeit, auch wenn dir der Rest der Welt sagt: „Stell dich nicht so an.“

Übrigens kann auch etwas betrauert werden, was nie entstanden ist.

Beispielsweise wurde Peter aufgrund von persönlichen Differenzen gekündigt. Er hat aber immer darauf gehofft, sich mit seinem Chef besser zu verstehen. Auch diese nie dagewesene Beziehung wird am Ende betrauert.

Raum für den Verstand schaffen

Wie die Gefühle hat auch der Verstand bei jeder Veränderung ein Wörtchen mitzureden. Die besten Veränderungen, sind die in denen das Gefühl und der Verstand Hand in Hand gegangen sind. Wie bereits erklärt, zieht sich der Verstand zurück, wenn die Gefühle die Oberhand bekommen. Jetzt drehen wir den Spieß um und die Situation wird bewusst analysiert. Folgende Fragen können eine erste Hilfestellung sein:

  • Was genau hat sich an deiner Situation verändert? Zum Beispiel: Auf einmal Single?
  • Was sind die Konsequenzen daraus?
  • Musst du irgendwas in die Wege leiten?
  • Brauchst du Hilfe? Wenn ja, dann zögere nicht sie dir zu holen!

Lasse Dir Zeit

Lasse dir die Zeit, die du brauchst, auch wenn es Monate sind. Je nachdem um welche Veränderung es sich handelt, musst du dich auch erstmal darauf einstellen. Du darfst Schritt für Schritt die Wachstumszone erkunden. Nur du selber musst es dir auch erlauben, was die anderen sagen ist egal.

Sorge für dich

Solche Veränderungsprozesse sind eine intensive und kraftraubende Zeit. Vergiss dich selbst nicht dabei und achte auf deine Grenzen.

  • Was brauchst du?
  • Verarbeitest du, in dem du das Thema besprichst oder willst du lieber schweigen?

Sag deinen Freunden, was du genau von ihnen benötigst, dann können sie dir auch besser helfen.

Und zu guter Letzt: Viele Menschen sagen nach einer tiefgreifenden Veränderung: „Es ist das Beste was mir passieren konnte!“ Vielleicht siehst du es heute noch nicht so, aber viele Veränderungen sind ein Schubs vom Leben, der uns aus unserem derzeitigen Trott rausholt. Unter normalen Umständen hättest du dich vielleicht nicht bewegt.

Wie geht ihr mit dem Thema Veränderung um? Ich freue mich auf eure Kommentare.

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